„Das Haus – Interiors on stage“ ist die Simulation eines Wohnhauses auf der Internationalen Möbelmesse in Köln. Es ist Vision und Bühne aktueller Wohn- und Einrichtungstrends und berücksichtigt nicht nur die Sehnsüchte der Menschen sondern auch die Situation der Gesellschaft.  2016 ist es „Das Haus“ des Designers Sebastian Herkner und ich habe es besucht.

Interior Design wird zum Erlebnis

Schon mit dem ersten Schritt stehe ich mitten drin, im Haus von Sebastian Herkner. Im Übergang vom Eingang zum Wohnzimmer schaut mich der sympathische Holzaffe von Kay Bojesen herausfordernd an. Er will mir sagen: „Komm näher, hier ist alles zum Anschauen und Ausprobieren gemacht!“. Beim Blick in die Runde stelle ich fest, dass ich bereits mitten im offenen Wohnraum stehe; zwischen einem großen Holztisch auf der linken Seite, einladenden Loungemöbeln in der Mitte und einem meet-and-greet-Bereich auf der rechten Seite des runden Raums. Letzterer wirkt fast wie ein Wartezimmer, zumal sich dort bereits eine Gruppe Besucher niedergelassen hat.

Ein Affe begrüßt die Besucher beim Eintritt in das Haus.
Sympathischer Türsteher

Ich nehme den rechten Flur und schaue mich um. Von hier trennt ein Vorhang aus Porzellan-Skulpturen das „Wartezimmer“ vom Flur. Sie sehen futuristisch aus und fühlen sich zauberhaft kühl und zerbrechlich an. Am „Wartezimmer“ vorbei führt der Flur auf einen Homeoffice-Arbeitsplatz zu. Ein schlichter, weiß glänzender Sekretär lädt zum Arbeiten ein. Das ist ein schönes Möbelstück, aber heute nicht für mich, denn mein Blick geht bereits neugierig weiter und schaut durch die Vorhänge in den nächsten Raum.

Schöne Blickachse: Vom Wohnbereich in den Schlafbereich
Blick Richtung Schlafraum

Abgetrennt durch fließende, halbtransparente Stoffe, die bis zur imaginären Decke reichen, öffnet sich das Schlafzimmer mit einer Rückseite aus matt durchscheinenden Glaselementen. Mein Blick, der auf dem Standspiegel und einem grafisch inspiriertem Bild hängen geblieben war, sieht das Bett erst, als ich den Raum bereits fast durchschritten habe und am Übergang zum offenen Badezimmer stehe.

Das Schlafzimmer bietet bei aller Offenheit einen ruhigen Rückzugsort
Intimer Rückzugsort trotz Transparenz und Offenheit

Jeden Schritt, den ich dem Bad näher komme, spüre ich in der Nase. Die cremefarbenen Wandfliesen duften mir wunderbar entgegen. Ihre Oberfläche besteht tatsächlich aus Seife und sie verzaubern mich nicht nur mit ihrem Duft sondern auch durch ihre Haptik. Ein fabelhaftes Detail! Optisch ähnelt die Oberfläche der einer klassischen Fliese und zeigt einen leichten Glanz. Die Atmosphäre der beiden ineinander übergehenden Räume ist heimelig, hier öffnet sich eine Wohlfühloase.

Blick in das Bad der Designstudie "Das Haus" von Sebastian Herkner
Blick in das Bad

Vom Bad aus sehe ich auf der gegenüberliegende Seite des runden Hauses den offenen Wohnbereich. Kochen und Wohnen, Essen und Leben liegen dicht beieinander und profitieren wie der Rückzugsbereich von den fließenden Übergängen. Ich nehme den Rückweg über den runden Flur und erreiche auf der linken Seite des Wohnraums die offene Küche mit einem großzügigen Holztisch, an dem einige Gäste sitzen und aus der Küche bewirtet werden.

"Das Haus" stellt die Bereiche Wohnen, Kochen, Leben in den Mittelpunkt
Zu allen Seiten offen: Lebensbereich Küche

„Das Haus“ des Designers Sebastian Herkner ist für mich eines der Highlights der imm cologne 2016. Es ist einladend und transparent. Jeder Raum verbreitet in seiner Gestaltung und mit seinen Möbeln und Materialien eine ganz eigene Atmosphäre. Es zeigt die offene Simulation eines typischen Hauses, spielt aber gekonnt mit Materialien und Kontrasten und spricht alle SInne an. Bei aller Transparenz bleibt die gewohnte Gliederung der Wohnbereiche vom Eingang über einen zentralen Wohnraum, Schlafraum und Bad erhalten. Hier müssen sich selbst Skeptiker des offenen Wohnens wohlfühlen. Es fühlt sich vertraut und sicher an, dieses Haus.

Regal in der offenen Küche der Studie "Das Haus" von Sebastian Herkner
Regal in der offenen Küche

Der Designstudie gelingt es, Atmosphäre und Wohlgefühl zu schaffen und dem Bedürfnis nach Ruhe und Abgrenzung nachzugeben. „Das Haus“ überzeugt mit Persönlichkeit. Es zeigt Möbel und Design in einer bemerkenswert harmonischen Kombination. Keinen einzigen Moment hatte ich den Eindruck, Design sei hier über das Ziel hinausgeschossen, ein Möbel nur um seiner selbst willen aufgestellt. Alle Teile des Ganzen fügen sich wunderbar zusammen und bestimmt bin ich nicht die Einzige, die sich dieses Konzept auch im eigenen Zuhause vorstellen kann.

 

Möbelmesse verpasst? Kein Problem, hier lesen Sie mehr darüber:

In diesem 360-Grad-Video stellt Designer Sebastian Herkner seine Simulation „Das Haus“ für die imm cologne selbst vor und lädt dazu ein, in die Runde zu schauen.

designlines blickt in einer lesenswerten Zusammenfassung auf die Möbelmesse imm cologne und ist Sebastian Herkner während der Messe auf den Fersen geblieben.

Einen schönen Überblick über sehenswerte Möbel und Trends der Messe zeigt der Beitrag im Blog look! pimp your room.

 

 

Merken

Merken

Reader Interactions

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sobald Sie auf „Abschicken“ klicken, akzeptieren Sie meine Datenschutzerklärung.