Aktuelle Fotos sind wertvoller Content

Wie ein aktuelles Foto positiv auf den Inhalt einzahlt

Im Dezember ist die Zeit der Geschäftsberichte, Jahresberichte und Nachhaltigkeitsberichte. Für viele Unternehmen und Institutionen ist das eine wunderbare Gelegenheit, ihre Arbeit im abgelaufenen Jahr darzustellen, Geldgeber und Unterstützer zu informieren und zur Fortsetzung der Zusammenarbeit einzuladen. Fotos bringen nicht nur Farbe in Zahlen und Fakten, sie vermitteln Authentizität und Glaubwürdigkeit.

Schön und gut: Jahresberichte

Gute Jahresberichte geben Einblick in die Projekte des Unternehmens und zeigen idealerweise mehr als durchgeschnittene rote Bänder, Spatenstiche und Einweihungen. Sie zeigen Menschen bei der Arbeit, engagierte Teams bei Veranstaltungen und begeisterte Kunden mit dem Produkt. Zum Glück hat sich bei vielen Jahrespublikationen der Trend zu einer lebendigen, im Zweifel lieber etwas unperfekten Darstellung von Themen und Menschen durchgesetzt.

Zwei Fotos derselben Person aus dem Jahr 2009 und aus dem Jahr 2023

Lebendig und authentisch: Menschen im Bild

Bei dieser positiven Entwicklung gibt es eine negative Ausnahme, die oft auch noch im ersten Kapitel steht: Das Porträtfoto des übergeordneten Gremiums; oft auch das Gruppenfoto – oder gleich beides. Denn egal ob Vorstand, Aufsichtsrat, Beirat oder Förderer – sie alle haben scheinbar keine Zeit, sich um aktuelle Porträt- und Gruppenfotos zu kümmern. Da kommt 2023 gern auch einmal ein Foto aus 2011 zum Einsatz.

Ohne aktuelle Fotos rauft sich die Graphik alle Jahre wieder die Haare und verzweifelt angesichts der ambitionierten Gesamtgestaltung an dem konservativen Look der (eigentlich ja) stolzen Verantwortlichen. Wenn die Varianten Schwarz/Weiß, freigestellt und modernes Format ausgereizt sind, ist irgendwann die Luft raus und das Foto … nur noch alt.

Dabei dokumentieren gerade die Menschen Verlässlichkeit, Glaubwürdigkeit und ein kontinuierliches Engagement. Sie geben den Seiten Gewicht und Bedeutung. Seht her, diese Menschen stehen hinter dem Unternehmen, der Organisation, hinter dem Projekt! Sie sind ein starker Rückhalt und das zeigt auch das Bild.

Jetzt machen: Authentische Fotos für alle

Sie haben dieses Jahr noch die Chance auf ein neues Porträtfoto? Einfach machen! Die Macht der Bilder ist 2023 größer als je zuvor. Und sie wächst, die Investition lohnt sich also. Das haben Ihre Geschäftsberichte, Jahresberichte und Nachhaltigkeitsberichte verdient.

Dieser Beitrag wurde im Dezember 2023 erstmals auf dem Business-Netzwerk LinkedIn veröffentlicht.

Längst etabliert: Blogs in der Touristik

Blogs und Blogger Relations haben in der Touristik eine vergleichsweise lange Geschichte. Hier gibt es Erfahrungen und Erkenntnisse, die sich gut auf andere Branchen übertragen lassen und darum passt das heutige Expertinnen-Gespräch über Blogs und Blogger in der Touristik bestens zu meiner Reihe über Blogs und Blogger Relations. Angetrieben durch eine frühe Auseinandersetzung mit Bewertungsportalen und Social Media-Kommunikation zwischen Reisenden, Veranstaltern und Destinationen haben sich Blogs in der Touristik seit 2010, teilweise auch früher, mit viel Schwung entwickelt. Hier existieren bereits Strukturen, die Blogger Relations zu etwas Selbstverständlichem machen und sich ständig weiter entwickeln.

Um von den Erfahrungen in der Touristik zu lernen, musste ich nicht lange suchen, sondern konnte meine Kollegin Dörte Behrmann fragen. Sie ist seit 2006, zunächst mit ihrer Agentur energa PR und heute für die Erlebnis Bremerhaven GmbH in der Touristik unterwegs. Erst vor wenigen Monaten hat sie ihr Herz ganz und gar an ihre Heimatstadt und große Liebe Bremerhaven verschenkt und arbeitet inzwischen als Presse-Referentin der Erlebnis Bremerhaven GmbH. Auf ihrem eigenen Blog lädt Dörte unter dem Motto „Follow me too New York“ in ihre erklärte Lieblingsstadt ein. Keine Frage, dass die Zusammenarbeit mit Blogs und Bloggern ein Themenfeld ist, das sie für Bremerhaven und im Gemeinschaftsblog aboutcities oft und gern beackert.

In der Touristik sind Blogs schon seit vielen Jahren ein großes Thema. Ich habe den Eindruck, dass die Reisebranche neben der Mode zu den führenden Blogger-Branchen gehört – wenn man das Branche nennen kann. Wieviele Blogs gibt es? Kennst Du da Zahlen?

DB: Schätzungsweise gibt es momentan 1.200 deutschsprachige Blogs im Reisebereich. Rund 400 Blogger haben den Reiseblogger-Codex unterschrieben, für mich ein erstes Indiz für Seriosität.

Das heißt, das Blog steht für einen Qualitätsstandard und seine Partner können sich darauf verlassen, dass er auch eingehalten wird?

DB: Genau. Qualität ist allerdings nur das eine, Transparenz ist das andere.

Die guten Blogger schreiben unter ihren Beitrag, ob er mit Unterstützung realisiert wurde.

Da gibt es Formulierungen wie „wurde mit Unterstützung von … realisiert“ oder „unser Dank gilt … Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.“ Das finde ich einen ganz wichtigen Satz. Er gehört unter jeden Beitrag, der mit Unterstützung oder durch ein Sponsoring entstanden ist.

Und diese Transparenz finde ich ganz wichtig. Die wenigsten Zeitungen und Zeitschriften machen das. Aber diejenigen, die es machen, geben mir als Leser ein viel besseres Gefühl für die richtige Einschätzung des Beitrags.

Mir ist es in der Tat auch wichtig zu wissen, dass ein Beitrag gesponsort wird oder es sich um ein Advertorial handelt. Nur so kann ich die Inhalte in den richtigen Zusammenhang setzen. Wenn nichts dazu drinsteht, habe ich diese Chance als Leser nicht.

DB: Genau. Und tatsächlich ist es ja auch so, dass das europäische Wettbewerbsgesetz vorschreibt, dass der Autor offenlegt, dass er unterstützt wurde. Dennoch zeigt die Erfahrung, es tun nicht alle. Der Reiseblogger-Kodex sieht das vor und ich rate dazu, einen gewissen Qualitätsmaßstab anzulegen, wenn Unternehmen mit Bloggern im Gespräch sind.

Was ist noch wichtig für die Zusammenarbeit mit Bloggern? Wie sollten Unternehmen vorgehen?

DB: Zur Zusammenarbeit mit Bloggern gehört auch, dass man deren Blog mindestens einen Monat regelmäßig liest, am besten aber über einen noch längeren Zeitraum immer wieder verfolgt, was der Blogger schreibt.

Man erfährt dadurch, wie der Blogger schreibt und was er beschreibt. Für Bremerhaven ist es zum Beispiel besonders wichtig, dass ein Blog viele Fotos zeigt, weil wir von Bremerhaven so viel wie möglich im Bild zeigen wollen, um die Attraktivität der Stadt zu belegen. Spannend! Im Zweifel würde meine Wahl daher immer auf Blogs mit weniger Text und vielen, guten Fotos fallen.

Außerdem achte ich darauf, ob gehäuft Rechtschreibfehler auftauchen oder völlig krause Satzkonstruktionen. Das geht einfach zu Lasten der Verständlichkeit und ist für den potentiellen Leser auch nicht angenehm zu lesen. Ich bin auch vorsichtig, wenn mir ein Blogger in einem Beitrag zu verstehen gibt, dass er schlechte Laune hatte. Die totale emotionale Authentizität ist meiner Meinung nach schwierig und bringt den Leser in vielen Fällen nicht weiter. Dabei ist Authentizität natürlich wichtig und sollte auf jeden Fall sein, aber angemessen. Der Blogger muss auch mit einer negativ empfundenen Situation gut umgehen können.

Hast Du da ein Beispiel?

DB: Wenn ein Blogger Bremerhaven erkundet und es beginnt zu regnen, habe ich kein Problem damit, wenn er oder sie das bedauert, beschreibt und auf der Flucht vor dem Regen ein tolles Museum entdeckt, von den Erlebnissen dort berichtet und es total klasse findet. Aber ich habe ein Problem, wenn der Regen so sehr nervt, dass der Tag gelaufen ist und der Blogbeitrag mit mieser Stimmung endet.

Da habe ich schon einen journalistischen Anspruch an einen Blogger.

Kannst Du in wenigen Punkten zusammenfassen, was nach Deiner Erfahrung besonders wichtig ist für die Zusammenarbeit mit Blogs und Bloggern?

DB: Als erstes: Je genauer der Blogger oder die Bloggerin zur Zielgruppe passt, desto besser. Einem Familienhotel kann nichts Besseres passieren, als eine Mutter, die leidenschaftlich gern bloggt und eine treue Fangemeinde hat. Und für Bremerhaven sind Blogs mit einem Fokus auf Deutschland relevant.

Zweitens ist eine gute Vorbereitung ganz wichtig für den Erfolg, siehe oben. Wer kommt da eigentlich in die Stadt, wer hat welche Vorlieben? Das erfahre ich durch die vorherige Lektüre. So kann ich vor der Reise schon eine Idee geben, die ich für spannend und berichtenswert halte. Selbstverständlich lasse ich sie immer die eigene Erfahrung machen und bin eher nicht dabei, wenn Blogger Bremerhaven besuchen.

Und wie findest Du heraus, wer sich was wünscht? Fragst Du sie?

DB: Ja, das mache ich immer: Kann ich Sie in ihrer Reise unterstützen? Interessiert Sie irgendetwas besonders? Kann ich Ihnen helfen?

Also bietest Du Ihnen Unterstützung an, schmeißt sie aber nicht mit Informationen zu?

Genau, ganz und gar nicht. Ich frage, woran sie besonders Interesse haben. Das können manche sagen, andere aber auch nicht. Wichtig finde ich auch, dass ich die Blogger im Laufe ihres Aufenthalts treffe. Denn damit konnte ich das eine oder andere schon einfangen oder korrigieren.

Wichtig ist zudem: Die Erwartungen an den Blogbeitrag nicht zu hoch stecken!

Es gibt viele Hotels oder Destinationen, die einen Blogger einladen und dann quasi an jedem Abend einen Beitrag erwarten. Sprich: Eine Woche, sieben Beiträge. Das ist aber völlig unrealistisch. Überleg mal: Wenn ich von mir selbst ausgehe und reise, dann reise ich. Dann erlebe ich und bin froh, wenn ich abends noch eben aufschreibe, was ich getan habe. Aber das als professionellen Blogbeitrag noch vor Ort zu verarbeiten? No way!

Der Blogger denkt beim Schreiben schließlich nicht an die Interessen der Destination oder des Hotels …

… sondern daran, was seine Leser wissen wollen!

DB: Genau! Je enger seine Bindung an seine Leser ist, desto besser für ihn und am Ende auch für die Destination, die er beschreibt.

Da muss man sich als Auftraggeber einfach klarmachen, dass er eine viel engere Bindung zu seinen Lesern hat, als ein klassisches Magazin.

Oder ein fest angestellter Redakteur. Blogger wissen auch viel mehr von ihren Lesern, weil sie über die Kommentar-Funktion ganz viel Feedback erhalten oder auch extra Fragen kommen. Sie sehen natürlich auch, welche Artikel besser laufen als andere.

Kannst Du einen Blogbeitrag im Anschluss an einen Besuch fest einplanen?

DB: Gut ist es, wenn Du mit Bloggern auch nach der Reise im Kontakt bleibst, nach dem Motto „Kann ich noch etwas beitragen, brauchst Du noch ein Foto, brauchst Du noch eine Freigabe?“ und vielem mehr, damit Du im Kopf der Blogger und Bloggerinnen bleibst. Gleichzeitig musst Du damit rechnen, dass jemand nach Deinem Termin wieder ein neues Ereignis hat, nach dem Du in den Hintergrund rutscht.

Mein Learning aus der Zusammenarbeit bisher ist, dass ich immer vorher frage „Für wann planst denn Du das?“ und „Kann ich etwas tun, damit der Plan eingehalten wird?“. Und wenn der sagt „Weiss ich nicht.“, dann versuche ich mehr zu erfahren und erkläre auch, dass es für uns als Auftraggeber wichtig ist, dass ein Sommerbeitrag im Sommer kommt und im Zweifel lieber ein Jahr wartet, als vor Weihnachten veröffentlicht zu werden.

Wie lange hat es in der Touristik gedauert, bis Blogs und Blogger sich so etabliert hatten wie heute und eine Rolle in der PR von Unternehmen und Destinationen spielen?

DB: Ich würde sagen rund fünf Jahre. Dazu hat der Reiseblogger-Kodex ganz viel beigetragen. Und ich beobachte, dass sich die Szene gerade im letzten Jahr sehr professionalisiert hat. Tourismuszukunft hat dazu vor kurzem eine sehr schöne Übersicht über die letzten zehn Jahre herausgegeben.

Reisen ist ja eine sehr vielschichtige Welt mit unterschiedlichsten Zielgruppen und Interessen: Der eine will die ganze Welt sehen und reist immer wieder an andere Orte, der nächste findet es am schönsten, immer wieder an den gleichen Ort zu reisen. Diese Vielfalt bilden Blogs sehr gut. Reisen ist ein sehr emotionales und sehr Ich-bezogenes Thema und da ist nichts besser, als individuell beschriebene Reiseerlebnisse abzufragen, nachzulesen und zu sehen „Könnte ich das auch? Möchte ich das auch?“

Passt das zu mir?

DB: Genau, passt das zu mir. Dieser Transformationsprozess gelingt Blogs viel besser als den meisten Print-Magazinen. Blogs können sich als persönliche Empfehlungen lesen lassen. Und Empfehlungen haben heute einen hohen Wert. Als Reiseanbieter hast Du noch eine Menge anderer Möglichkeiten: Mund-zu-Mund-Propaganda, Empfehlungsmarketing und eben die Zielgruppen-Spezifik sind wichtige Marketing-Tools im Tourismus.

Ist in der Zusammenarbeit mit Bloggern schon einmal etwas schiefgegangen und wie hast Du es gelöst?

DB: Ich habe im letzten Jahr mit einem Blogger zusammen gearbeitet, den ich angesprochen hatte weil er ein spannendes Thema und eine große Fangemeinde hat, aber mit dem würde ich nicht wieder arbeiten. Seine Schreibe passte einfach nicht zur Destination und hat hier letztlich auch nicht gefallen. Aber, und das war wiederum gut, der Blogger hat viele, viele Fotos gemacht und veröffentlicht und das hat seinen Blogbeitrag wiederum attraktiv gemacht, Ziel dennoch erreicht!

Wenn mal etwas scheinbar schief geht, heisst das noch nicht, dass alle Mühe umsonst war.

Ich danke Dir, liebe Dörte, für das offene Gespräch und die vielen Erfahrungen, die Du mit uns geteilt hast! Jetzt wüsche ich mir von dir als langjährige Blogleserin noch drei Blogs, die du gern und oft liest. Sie müssen auch nicht aus der Touristik kommen. Verrätst Du sie?

DB: Auf Moment: New York bloggt Journalistin Petrina Engelke. Sie lebt in meiner Lieblingsstadt New York und findet dort auch die irrsten Geschichten und schreibt darüber. Stephan Goldmann und Karsten Lohmeyer schreiben auf Lousy Pennies über guten Journalismus und das interessiert mich als PR-Frau natürlich auch und Nummer drei ist ein waschechtes Reiseblog. Bravebird – eine Frau allein um die Welt. Ute Krantz habe ich mal kurz kennengelernt und sie beeindruckt mich sehr. Außerdem mag ich ihre Schreibe.

Interessieren Sie sich für die Zusammenarbeit mit Blogs? Ich erläutere Ihnen gern die Besonderheiten und Möglichkeiten und unterstütze Sie vom Konzept bis zum Aufbau der Medienkontakte und der Umsetzung im Sinne Ihrer Kommunikation. 

Nehmen Sie hier Kontakt mit mir auf. Ich freue mich auf Ihre Nachricht!

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Blogger-Event bei Ehring Markenmöbel

Während Blogs und Blogger in vielen Branchen, zum Beispiel im Tourismus oder in der Mode, längst zum Standardprogramm der PR gehören, steht die Zusammenarbeit in vielen anderen Branchen noch am Anfang. In der Möbelbranche gehört Ehring Markenmöbel zu einer noch kleinen Gruppe von Unternehmen, die den Kontakt zu Bloggern aufbauen.

Ich habe mit Kathrin Corell vom Kindermöbelhersteller Ehring Markenmöbel aus Homberg/Efze gesprochen. Das Unternehmen hat erst vor wenigen Wochen zu einem Blogger-Event eingeladen und Kathrin Corell (KC) erzählt für das faktwerk-Blog von der Planung, ihren Erfahrungen und von den Zielen, die sich das Unternehmen in der Zusammenrarbeit mit BloggerInnen vorgenommen hat.

Warum haben Sie sich für eine Zusammenarbeit mit Bloggern interessiert?

KC: Die Firma Ehring war bis vor kurzem eher in der Fachwelt ein Begriff. Bis dahin haben wir ausschließlich mit einem Kindergarten-Vollausstatter gearbeitet, der den Vertrieb unserer Kindergartenmöbel übernommen hat. Da erscheinen wir höchstens mal als Produktionsstätte in einem Katalog und das sagt niemandem etwas, der nicht aus diesem Bereich kommt.

Anfang 2015 hat Ehring dann eine Produktlinie für den Endverbraucher auf den Markt gebracht, nachdem wir immer wieder Anfragen von Privatpersonen hatten. Für diese neue Linie haben wir uns sehr genau damit befasst, was Eltern sich für ihre Kinder wünschen, wie sie ticken und was sie bewegt.

Hatten Sie da bereits Erfahrungen mit Blogs und Bloggern?

KC: Ich habe mich seit Mitte 2015 mit den Blogs von Müttern und Eltern befasst, um ein Gespür dafür zu entwickeln, wie heute die Schwerpunkte gelagert sind.

Dieses Einlesen in die Blogosphäre der Eltern- und Mama-Blogger war sehr umfangreich, sehr intensiv und sehr, sehr spannend.

Erst in diesem Jahr, auf der Babywelt in Frankfurt habe ich mich dann zum ersten Mal mit drei Bloggerinnen getroffen und ihnen vorgeschlagen, unser Unternehmen kennenzulernen.

Daraus ist dann die Idee entstanden, nicht nur einzelne BloggerInnen zu einem Besuch einzuladen, sondern ein Blogger-Event zu planen und durchzuführen.

Wieviele Blogger*innnen waren dann letztlich bei Ihnen?

KC: Zwanzig. Wir hatten an die 40 BloggerInnen eingeladen. Zurückgemeldet haben sich alle, aber es hatten natürlich nicht alle an dem ausgewählten Wochenende Zeit. Mehr als zwanzig Gäste wären allerdings auch schwierig gewesen.

Wie haben sie die Blogger*innnen ausgewählt?

KC: Bei der Auswahl habe mich ein bisschen an bekannten und bereits ausgezeichneten Blogs orientiert. Es gibt ja die Brigitte-Mom-Blogs und die Eltern-Blogs; das hat mir eine erste Orientierung erleichtert.

Durch die lange Recherche und die intensive Auseinandersetzung mit den Blogs kannte ich irgendwann viele der Bloggerinnen sehr gut.

Ausgewählt haben wir sie letztlich nach ihrem Schreibstil und den Inhalten, die sie auf ihren Blogs veröffentlichen. Uns war wichtig, dass der Blog und sein Stil zu unseren Erwartungen passt.

Es gab auch viele, die sich freiwillig angeboten haben, die aber leider nicht in Frage kamen, weil sie nicht so spezifisch waren. Oftmals handelte es sich hier um reine ProdukttesterInnen. Für uns waren tatsächlich die Familienblogger interessant, bei denen es tatsächlich um Kinder geht, um Lifestyle und Erziehungsfragen, um Kreativität. Ganz viele haben auch DIY-Produkte auf ihrem Blog integriert. Diese passen ganz besonders gut zu uns.

Es sollte eine bunte Mischung sein und war auch gerade nicht auf Blogs mit einem Schwerpunkt bei Einrichtungsthemen reduziert, auf keinen Fall. Die BloggerInnen kümmern sich ja um sehr unterschiedliche Themen, von Kindern, Mode und Lifestyle bis hin zu Erziehungsfragen und Einrichtungsthemen.

Haben Zahlen eine Rolle gespielt, bei der Entscheidung wen Sie einladen?

KC: Nein, die waren zweitranging. Die Zugriffe auf den Blog und die weiteren Kanäle haben nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Es waren zwar viele Bloggerinnen dabei, die sehr gut organisiert sind und ihre Zahlen in Mediakits zusammenfassen, aber das war für uns nicht das entscheidende Kriterium.

Wir haben aber schon ein Gespür dafür entwickelt, wer gerade aktuell ist. Es waren auch viele Newcomer dabei, von denen ich aber denke, dass sie durchaus Potential haben. Ich habe mich da wirklich bis ins kleinste Detail mit befasst, auch die Social Media-Portale verfolgt, um zu sehen was sie bewegt, welche Art Fotos sie machen, wie sie schreiben.

Die Bloggerinnen sollten vor allem gut zu Ehring passen und authentisch sein.

Wie war das Feedback der Blogger*innen, die bei Ihnen waren?

KC: Durchweg positiv! Viele haben gesagt, dass sie es gar nicht gewohnt sind, dass sich jemand so ausführlich mit ihnen befasst. Also, die Vorbereitung hat schon meine Abende gefüllt, natürlich weil ich’s gern gemacht habe und eine Affinität zu dem Thema entwickelt habe. Und ich hatte auch ein bisschen das Gefühl, man nimmt am Leben der Bloggerinnen teil, wenn man ihre Beiträge verfolgt. Das hat die Zusammenarbeit sehr persönlich gemacht und das wussten die Bloggerinnen bei unserem Event wirklich wertzuschätzen.

Hat sich da ausgezahlt, dass Sie sich so genau mit den Blogger*innen befasst haben?

KC: Ja und nein. Für den persönlichen Kontakt hat sich die umfangreiche Vorarbeit auf jeden Fall rentiert. Aber unsere Möbel sprechen für sich. Die Familien waren ja gemeinsam eingeladen, sie konnten ihre Kinder und Partner mitbringen. Für die Kinder haben wir Bastel-Arrangements vorbereitet, sie konnten Holzteile bemalen und sich Kronen basteln und natürlich auch mit unseren Möbeln spielen. Das ist es, was denke ich am meisten überzeugt hat.

Kasperle-Theater mit Handpuppen und Kreidetafel

„Unsere Möbel sprechen einfach für sich.“, sagt Ehring. Stimmt! (Foto: Ehring-Markenmöbel)

Wenn Kinder sich über einen längeren Zeitraum mit einem Möbel beschäftigen – es sind ja in erster Linie Spielmöbel – dann spricht das für sich. Da können wir noch etwas zur Produktion und zur Nachhaltigkeit sagen und zu den Materialien, die wir verwenden, aber in erster Linie überzeugt die Erfahrung der Kinder.

Haben Sie schon erste Ergebnisse auf den Blogs der BloggerInnen?

KC: Ja, sie haben alle relativ zeitnah die Ergebnisse vor Ort verbloggt, oft das ganze Wochenende in Bildern, ihre Erfahrungen und Erlebnisse, die sie bei uns gesammelt haben. Alles andere kommt jetzt peu a peu.

Wenn es in die Tiefe geht, habe ich darum gebeten, dass wir miteinander einen Marketingplan machen. Es hilft uns nicht, wenn alle 20 BloggerInnen in der gleichen Woche nach ihrem Besuch super Berichte über uns schreiben, Produkte vorstellen und danach nichts mehr passiert.

Grundsätzlich hat man keinen Einfluss darauf, was geschrieben wird. Darüber muss man sich im Klaren sein.

Alles was wir tun konnten, war uns gut zu präsentieren. Das ist wie in jedem Kundengespräch. Es kommt auf den ersten Eindruck an, den man hinterlässt, ob sich Sympathie entwickelt oder nicht – und das haben wir Gott sei Dank geschafft.

Haben Sie einen Tipp für Unternehmen, die sich mit Blogs und Blogger Relations beschäftigen möchten, etwas, das Sie jedem Unternehmen ans Herz legen würden?

KC: Also grundsätzlich würde ich sagen, das ein bisschen Persönlichkeit dazu gehört und die Bereitschaft, sich auch selbst ein wenig zu offenbaren. Wenn man in die Welt der BloggerInnen einsteigt, dann hat man wie gesagt oft das Gefühl, dass man mit ihnen am Kaffeetisch sitzt. Sie selbst sehen einen aber gar nicht, zumindest wenn man nicht aktiv ist.

Bei den Familienblogs war es so: Ich bin da tief eingestiegen, aber selbst bin ich ja überhaupt nicht präsent. Also habe ich ihnen zu unserem Event eine schriftliche Einladung geschickt, per Post. Das kam supergut an, weil der Kontakt sonst meist nur über E-Mail erfolgt.

Ich habe darin auch ein paar Worte zu meiner Person verloren und die Bloggerinnen persönlich angesprochen, auch die Kinder habe ich in der Einladung erwähnt. Und genauso haben wir den Kontakt weiter verfolgt. Wir hatten eine Anmeldefrist gesetzt, haben dann nochmal erinnert, teilweise erste Telefonate geführt. Man muss sich auf jeden Fall im Vorfeld über die Kostenübernahme Gedanken machen. Es wird erwartet, dass Reisekosten übernommen werden. Das war für uns kein Problem.

Wenn man die Kosten am Ende runterbricht, sind Blogger Relations nicht teurer als die klassische Medienarbeit, man gewinnt dafür aber nachhaltigere und echte Kontakte.

Gibt es bei Ehring bereits weitere Pläne mit BloggerInnen und Blogger Relations?

KC: Jetzt sind wir erst einmal dabei, einen Marketing-Plan zu entwickeln, damit wir die Veröffentlichungen ein wenig auseinander ziehen können. Geplant ist aber eine langfristige Zusammenarbeit. Man bekommt ja ein Gefühl dafür, wer besonders am Produkt und am Unternehmen interessiert ist. Es sind auch schon ganz tolle Ideen aus dem Event erwachsen, z.B. was man mit unseren Möbeln noch alles machen könnte.

Das verfolgen wir auch im Detail mit einzelnen Bloggerinnen weiter. Viele haben sehr genaue Vorstellungen, wie Möbel für ihre Kinder aussehen müssen. Wir prüfen dann, was sich daraus für den Markt umsetzen lässt und ob langfristige Kooperationen entstehen können.

Das klingt gut …

KC: Ja, man darf die Herausforderung aber auch nicht unterschätzen.

Es kostet viel Zeit, die Zusammenarbeit mit Bloggern in den normalen Arbeitsalltag zu integrieren,

die Vorbereitung, das Event, dann die Nachbereitung und die Planung von Marketing-Aktionen mit den BloggerInnen.

Das hört sich vielversprechend an. Ich danke Ihnen für die offenen Antworten, Frau Corell,  und wünsche Ihnen und Ehring viel Spaß und Erfolg mit „Ihren“ Bloggerinnen.

Die ersten Ergebnisse aus der Zusammenarbeit mit den BloggerInnen hat Ehring-Markenmöbel auf seinem Blog verlinkt. Sie vermitteln einen Eindruck von der Vielfalt unterschiedlicher Blogs und Beiträge und geben das Konzept und den Ablauf des Blogger-Events sehr gut wieder. Direkt nach der Veranstaltung sind hier und hier bereits lebendige Foto-Reportagen entstanden, aber auch ausführliche Blogbeiträge mit Link zum zugehörigen Video.

Sind Sie neugierig geworden? Bleiben Sie dran und lesen Sie im nächsten Blogbeitrag über Blogs und Blogger im Tourismus. Hier können Sie den faktwerk-Blog abonnieren.

Interessieren Sie sich für die Zusammenarbeit mit Bloggern und Bloggerinnen? Ich erläutere Ihnen gern die Besonderheiten und Möglichkeiten und unterstütze Sie beim Aufbau der Medienkontakte. 

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Und überall Geschichten

Gerade sind in Ostwestfalen die Küchenmeile, die Möbel-Meile und die MOW zu Ende gegangen. Die Veranstaltungen, die den Charakter einer weit über die Region verteilten Möbelmesse haben, sind inzwischen so bedeutsam, dass sie auch internationale Möbel-Experten anziehen. Jedes Jahr führen sie über 20.000 Besucher zu den Möbelherstellern in Ostwestfalen-Lippe und sorgen für Messeflair, Branchen-Meet-ups, Partys und Staus, wo man sie sonst nicht erwartet.

Die Möbelwelt direkt vor der Haustür

Für mich ist die Messezeit eine gute Gelegenheit, mir einen Überblick über die Möbelbranche zu verschaffen, Neues zu entdecken und alte Kontakte zu pflegen. Bei meinen Neuentdeckungen habe ich in diesem Jahr einige interessante Unternehmen kennengelernt und bin mit ihnen ins Gespräch gekommen.

Jedes Unternehmen kann Geschichten erzählen

Da ist das knallbunte oder weiße, oft glänzende und top widerstandsfähige Must-have, das in keiner Küche fehlen darf. Wer hätte gedacht, dass es ganz unperfekt als Rohling aus einer handwerklich geprägten und gleichzeitig höchst technisierten Produktion kommt und danach in Handarbeit auf Mass gebracht wird? Hier geben sich Handwerkskunst und industrielle Fertigung auf schönste Art ein Stelldichein. In der Kommunikation des Herstellers sucht man dieses Rendezvous allerdings vergebens. Da geht es um die Sache. Keine Menschen, keine Emotionen und auf den ersten Blick kein Grund, warum sich ein Endkunde für genau dieses wertvolle Produkt entscheiden sollte.

Dann war da noch die spektakulär glänzende Möbelfront, die unter Einsatz traditioneller Technik mit „Schwabbeln“ auf Hochglanz gebracht wird und ein Schmuckstück für jede Küche ist. Eine Oberfläche, die – oft kopiert und nie erreicht – bei jeder Berührung und jedem Blick überzeugt und ganz allein schon die Qualität und Kompetenz ihres Herstellers vermittelt.

Und wer hätte gedacht, dass ein High-Tech-Gerät aus Deutschland in sage und schreibe fünf Stunden von Hand aufgebaut und erst so zu einem der leistungsfähigsten Küchengeräte auf dem Markt wird?

Das sind interessante Geschichten, die erzählt werden wollen!

Menschen wollen Geschichten

Viele Unternehmen haben es schon verstanden: Die überraschenden Tatsachen, die charmanten Nebensachen und die emotionalen Höhen und Tiefen sind der Stoff aus dem die Geschichten sind. Mit Storytelling werden sie unwiderstehlich: Sie öffnen Türen, geben Einblick, überzeugen, sorgen für Sympathie und bleiben im Gedächtnis. Darum lohnt es sich, nach diesen Geschichten zu suchen.

Oft warten diese Geschichten ganz im Verborgenen, im Nebensatz. Sie verstecken sich im Selbstverständlichen und kommen bei Inhabern und Mitarbeitern routiniert über die Lippen.

Und sie verdienen es, neue Leser und Zuhörer zu finden.

Ein goldenes Buch mit überzeugendem Storytelling

Für einen meiner Kunden habe ich im letzten Jahr ein goldenes Buch mit seinen schönsten Geschichten aus der Zusammenarbeit mit seinen Kunden aufgelegt. Als Weihnachtsgeschenk für Mitarbeiter war es ein Zeichen von Stolz und großer Wertschätzung für die erfolgreiche Arbeit des Teams.

Und es gibt noch mehr Geschichten, die erzählt werden wollen. Wie wäre es zum Beispiel mit:

  • besonderen Kunden-Projekten oder Referenzen,
  • Fertigungstechniken, die kaum jemand kennt,
  • erfolgreichen Mitarbeitern und Teams im Unternehmen,
  • den schönsten Styling-Ideen auf Messen oder Foto-Shootings,
  • den lustigsten Anfragen an Ihren Kundendienst?

Oder Sie inszenieren Ihr Produkt als Hauptdarsteller einer Geschichte, zum Beispiel:

  • Erlebnisse eines Möbelstücks, das um die Welt reist
  • Reisefieber: Der lange (oder kurze?) Weg vom Unternehmen zum (End-)Kunden
  • Beste Freunde: Interessante Nebendarsteller, die zu Ihrem Produkt passen.

Geschichten-Entdeckungstour gefällig? Ich bin dabei! Machen wir gemeinsam das Beste aus Ihren Geschichten. Egal ob online oder offline: Ich suche und finde für Sie und Ihre Geschichten den richtigen Weg zu Ihren Kunden, Fans, Followern oder „einfach nur“ Lesern.

Hier erfahren Sie mehr!

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Kommunikation in Echtzeit: Messenger & Co. im Unternehmen

Fliegende Finger auf einer Tastatur

Glaubt man einer Studie des ECC Köln in Zusammenarbeit mit iAdvize, ist die Zukunft der direkten Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden bereits angebrochen. Dort heißt es 57 Prozent der Befragten haben schon einmal online in Echtzeit mit einem Unternehmen kommuniziert. Dabei nutzen sie am häufigsten die Kommunikationsmöglichkeiten über die Website eines Anbieters.

Wie jetzt? Aber das ist doch keine Messenger-Kommunikation!

Aber das Prinzip ist dasselbe. Menschen nutzen direkte Kommunikation, wenn sie einen Nutzen verspricht. Darin liegen die Chancen der Echtzeit-Kommunikation, auch und gerade über Messenger wie Whatsapp, Facebook oder andere Dienste. Bei aller Kritik an Datensicherheit und Privatsphäre-Einstellungen ist die Einfachheit der Messenger das zentrale Argument für die Nutzung. Kaum ein Profil, übersichtliche Einstellungen, installieren und loslegen: Nachrichten senden, Text sprechen und senden, Fotos senden – so geht unkompliziert.

Chancen für Unternehmen

Für Unternehmen, gerade für Unternehmen im Mittelstand, liegen in dieser selbstverständlichen Nutzung von Messengern und direkter Kommunikation große Chancen. Plötzlich kommt es nicht mehr darauf an, die Social Media-Landkarte möglichst vollständig zu erfüllen, sondern wieder darauf, einen Kanal nach seinem Nutzen und den Möglichkeiten für die Kommunikation auszuwählen.

Denn wenn ein Nutzen für den Kunden erkennbar ist, erreicht die Kommunikation Akzeptanz und der Mehrwert wird für beide Seiten spürbar. Gerade in der direkten Kommunikation entsteht so der oft erwünschte, aber selten erreichte Pull-Effekt. Der Kunde entscheidet sich aktiv für die Messenger-Kommunikation mit einem Unternehmen, weil sie unkompliziert und praktisch ist und einen Mehrwert bietet. Gleichzeitig behält er die Freiheit, sich genauso unkompliziert abzumelden.

Als ich meine neue Brille ausgesucht habe, fragte mich meine Lieblingsoptikerin am Ende der Beratung „Sollen wir Sie per SMS benachrichtigen, wenn Ihre Brille fertig ist?“ Huch! Was war das? Ich habe erst nach kurzem Zögern ja gesagt. Ich fürchtete mich vor Spam und bekam nach wenigen Tagen nur eine einzige Kurznachricht: „Ihre neue Brille ist fertig! Ihr Optiker …“ Super. Kein Anruf zur Unzeit, keine Nachricht auf der Mailbox, nur ein Satz und ich konnte freudig zum Optiker eilen und das schöne Stück auf die Nase setzen. Dafür gebe ich meine Handynummer gerne heraus.

Mein kleines Beispiel zeigt, wie gut Messenger-Kommunikation funktionieren kann und worauf es ankommt:

  1. Passt der Messenger bzw. die Kommunikation in Echtzeit zur Zielgruppe?
  2. Passt die Information in eine Kurznachricht bzw. auf den Messenger?
  3. Kann der Absender die Erwartungen des Empfängers erfüllen?

 

Nicht nur für junge Zielgruppen

Wer jetzt meint, Kommunikation in Echtzeit komme vor allem für die jungen Zielgruppen der unter 30-jährigen in Frage, irrt. Die Studie von ECC und Advize zeigt, dass gerade die kaufkräftige Zielgruppe der über 50-jährigen sich gut vorstellen kann, persönliche Online-Kundenservices zu nutzen. Bei komplexen Kaufentscheidungen ist immer mehr Beratung gefragt, gerade online. Das gelingt mit Online-Kommunikation in Echtzeit. Mit individueller Beratung auf der Website des Anbieters oder über einen Messenger-Dienst tritt der Onlinehandel sogar in den Wettbewerb mit einem Kundenberater im Fachgeschäft.

Im Mittelpunkt der Kommunikation steht die schnelle Verfügbarkeit der Information und die kompetente Antwort. Wer sich online für ein Produkt entscheiden will, erwartet schnelle Antworten auf seine Fragen. Punktet der Gesprächspartner im virtuellen Raum mit einer freundlichen und zielführenden Antwort, ist beiden Seiten geholfen. Hier liegen aber auch die Risiken für Unternehmen: Wer schlecht vorbereitet ist, seine Antwort unklar formuliert oder nicht mit den wenigen Zeichen auskommt, wird womöglich Vertrauen verspielen und den Kunden verlieren. Die Technik liefert keine Garantie für den Erfolg – den muss der Anbieter sichern.

Herausforderungen für Unternehmen

Nicht nur für PR-Experten erscheinen die Chancen der Echtzeit-Kommunikation verheißungsvoll. Wer möchte denn die Chance auf mehr Vertrauen, eine bessere Reputation und womöglich höhere Verkäufe mit einer glänzenden Conversion Rate nicht sofort nutzen?

Es bleibt ein Aber. Die Umsetzung im Unternehmen ist anspruchsvoll und mitunter komplex. Gerade für die Echtzeit-Kommunikation gilt, dass Informationen verlässlich und belastbar sein müssen. Dafür bedarf es eines ausgereiften Konzepts, das auch die organisatorischen Möglichkeiten des Unternehmens berücksichtigt. Die Kommunikation muss an die betrieblichen Prozesse und die im Einsatz befindlichen Systeme andocken, vorhandene Informationen im Unternehmen nutzen und für die neue Herausforderung anpassen und, ja, am besten aufpolieren. Vielfach stehen Gebrauchsanweisungen und Produktinformationen bereits zur Verfügung, müssen aber auf den Bedarf eines Kunden, auch auf die Anforderungen spezifischer Fragen zugeschnitten werden und schnell abrufbar sein.

Wer jetzt entgegnet, die Produktexperten selbst könnten die Kommunikation übernehmen, unterschätzt ihre Bedeutung im Unternehmen und verkennt die Kompetenz geschulter Kommunikatoren. Besser ist es, den im Unternehmen vorhandenen Content zu nutzen, weiterzuentwickeln und Strukturen für die neuen Anforderungen aufzubauen.

Eine einfache Möglichkeit, quasi ein Herantasten an die Echtzeit-Kommunikation, bleibt Unternehmen, die eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema (noch) scheuen: Die Lieferzeiten-Info, die Termin-Benachrichtigung oder die Messe-News sind unkompliziert. Sie können, möglicherweise zunächst beschränkt auf einen festen Zeitraum, über einen Messenger oder einen Social Media-Kanal versandt werden. Hier lohnt sich ein Test. Der zeigt die Akzeptanz und vermittelt einen ersten Eindruck, wie neue Wege in der Kommunikation bei Kunden, Partnern und Interessenten ankommen.

Mit dieser Erfahrung im Rücken gelingt es leichter, die Möglichkeiten der Echtzeit-Kommunikation einzuschätzen und mutig zu entdecken.

Dieser Blogbeitrag entstand im Rahmen der Blogparade Messenger & Co. – wie kommunizieren Unternehmen in Zukunft mit Kunden und Followern? des SocialHub Blog.

faktwerk PR ist sicher, dass Fakten die beste Grundlage überzeugender Kommunikation sind. Für die Kommunikation in Echtzeit sind Fakten eine wichtige Grundlage. Stefanie Möller und ihr faktwerk arbeiten für Unternehmen im Mittelstand, häufig aber nicht allein in der Möbelbranche, und entwickeln Maßnahmen, die genau zum Unternehmen und seinen Zielen passen. Wenn Sie mehr wissen wollen, nehmen Sie einfach Kontakt auf.

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So wird ein Newsletter erfolgreich

Vor einigen Wochen habe ich mich in einem Blogbeitrag mit der Bedeutung eines Redaktionsplans beschäftigt. Heute gibt es ein Wiedersehen mit dem Thema: Ein Redaktionsplan ist nämlich einer der wichtigen Bausteine für den Newsletter von pro office. Vor neun Jahren hat das Unternehmen seinen Newsletter gestartet und ihn seitdem mit viel Fingerspitzengefühl und Engagement erfolgreich gemacht.

Ich habe Sandra Wilms aus dem Marketing von pro office gefragt, wie der Newsletter funktioniert und wie sie ihn an neue Herausforderungen anpassen. Sandra hat sich viel Zeit für meine Fragen genommen und gibt im Interview Einblicke in ihr Unternehmen und die Arbeit mit dem Newsletter.

Ich wünsche Ihnen Spaß und viele neue Erkenntnisse. Und wenn Sie auf den Geschmack kommen und die pro office News ausprobieren möchten, gibt es nicht nur hier sondern auch am Ende des Beitrags einen Link, mit dem Sie ab sofort Teil der Leserschaft sind.

Seit wann gibt es Euren Newsletter und wie häufig geht er an die Leser?

SW: Ich kann mich noch gut erinnern. Unser erster Newsletter erschien im Jahr 2007. Das war sehr aufregend, denn zum einen waren wir mit der Thematik „Kundenbindung durch Newsletter mit relevanten Inhalten“ sehr früh dabei, und zum anderen war es ein Experiment, denn wir wussten anfangs nicht genau, was passiert. Seitdem wird unser Newsletter, wir nennen ihn übrigens „pro office News“, alle 6-8 Wochen an die Leserschaft verschickt und ist Teil des Marketing-Mix. An diesem Intervall hat sich bis heute nicht viel verändert.

Wie seid Ihr zu diesem Rhythmus gekommen und welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht?

SW: Wir haben ausprobiert; unsere Erfahrungen mit dem 6-8 Wochen-Rhythmus sind gut.

Uns war es immer wichtig, Qualität vor Quantität zu stellen.

Wir planen zwar immer wieder die Häufigkeit der Versendung zu intensivieren, wenn das aber auf Kosten der Qualität geht, dann bleibt es vorerst noch wie gehabt.

Und leider sind auch unsere Kapazitäten begrenzt. Wir fokussieren uns daher auf das Wesentliche im Rahmen unserer Möglichkeiten. Von Zeit zu Zeit gibt es regionale und themenbezogene Aussendungen wie zu zeitlich begrenzten Möbelklassiker-Ausstellungen – bei 11 Standorten ist ja immer was los -, die dann neben dem Haupt-Newsletter verschickt werden.

Wir arbeiten verstärkt an branchen- und themenbezogenen Newslettern für unsere Leser. Personalisierung und Segmentierung – also Newsletter noch mehr nach Interessen und Gruppen zu differenzieren – sind auch bei uns Themen  um Lesern und Kunden an ihre Bedürfnisse angepasste Inhalte anzubieten. Vieles ist mittlerweile möglich, will jedoch auch gut analysiert und umgesetzt werden.

Es muss Sinn machen und darf nicht nerven.

Unser Newsletter ist noch immer einer der wichtigsten Online-Kontaktpunkte zu unseren stationären und Onlineshop Kunden und ein persönliches Medium. Damit muss man von Anfang an sorgsam umgehen. Der Aufbau eines Verteilers ist immer aufwändiger, als ihn zu pflegen!

Ihr habt eine breite Themenpalette: Referenzen, Produkte, Messen, Veranstaltungen, Trends und Lifestyle. Wie gelingt es Euch, diese große Bandbreite umzusetzen und trotzdem einen roten Faden zu behalten?

SW: Aus Spaß an der Sache, sich in das Thema reinzudenken, in die Leser!

Also Inhalte für Menschen zusammen zu bringen, die sie hoffentlich gerne lesen. In’s eigene Unternehmen reinhorchen. Die Vertriebsexperten sind zum Beispiel wichtige Marktbeobachter, nah an ihren Kunden und können uns zusätzliche, wertvolle Impulse geben.

Wir haben doch ein wirklich hübsches und emotionalisierendes Portfolio, mit dem wir Menschen in ihren Arbeits- und Wohnbereichen, in ihrem Alltag abholen und an vielen Stellen helfen können. Uns Marketern stehen zudem eine Menge Kunden-, Marktdaten und Informationen zu Verfügung. Aber das Wichtigste ist doch, Zusammenhänge zu verstehen, also, sich damit selbst auseinander zu setzen, was dem Leser gefallen würde. Das ist ja der Grundgedanke des Marketing, wenn wir bei der Bedürfnisorientierung am Konsumenten anfangen.

Ich finde, wir sollten das nicht nur Technik und Tools überlassen, sondern selbst hinschauen, was die Menschen und uns selbst dazu bewegen würde, bestimmte Handlungen auszuführen: Um das Gefühl dabei nicht zu verlieren, was Begeisterung und Emotionen auslöst, gerade in einer Zeit von Wandel und Schnelligkeit.

Und es sollte Raum für Experimente geben. Ich freue mich jetzt schon auf die Mailänder Möbelmesse, von der uns unsere Kollegen live berichten werden. Da fällt eine Menge schöner und nutzenbringender „Content“ an. Andere Mütter haben übrigens auch schöne Töchter bzw. Content-Themen. Es kann hilfreich sein, sich mit Anderen, zum Beispiel Interieur Bloggern oder wie mit Dir von faktwerk zu vernetzen und fremde und passende Inhalte mit einzubinden. Man muss das Rad, in diesem Fall gute Themen und Geschichten, nicht immer neu erfinden. Eine Win-Win Situation. Ein Geben und Nehmen.

Erzählst Du uns etwas über die Arbeit am Newsletters: Wie läuft die Themenplanung konkret und wie arbeitet Ihr mit den pro office-Standorten zusammen?

SW: Wir arbeiten meistens mit einem Redaktionsplan, denn wir füllen ja mehrere Content Kanäle mit Inhalten, und damit verschaffen wir uns den besten Überblick: zeitlich, inhaltlich und wer an der Aufgabenstellung arbeitet.

Das bedeutet auch Disziplin.

Manchmal ist das ja für uns schon fast journalistische Höchstleistung. Für uns im Marketing ist Transparenz sehr wichtig. Wir spitzen nicht nur den Bleistift, sondern auch unsere Ohren, sprechen unsere Kollegen in den Standorten konkret auf Themen wie neue Produkte, Veranstaltungen, Kundenreferenzen, Exptertentipps an.

Aber sind wir auch mal ehrlich: Es ist wichtig, dranzubleiben. Denn wer sich nicht mit der Thematik des Newsletters oder anderen PR- oder Contentplattformen wie Fachmagazinen, Zeitungen, Website oder Social Media auseinandersetzt, dessen Gedanken kreisen auch nicht permanent um unseren Newsletter. Das ist doch klar, jeder hat genügend eigene Aufgaben zu erledigen. Und daher ist es sehr wichtig, eine gute und transparente Kommunikationsgrundlage im Unternehmen zu haben, damit Wissen und Informationen auf einfachen Wegen ausgetauscht werden können, wie über ein internes Wiki.

Wir planen also Inhalte vorausschauend, aber auch spontan ein.

Miniatur des Panton Chair vor einem Riesenrad

Und wir experimentieren, wie wir das zum Beispiel mit dem kleinen gelben Panton Chair der Firma Vitra getan haben, der im Gepäck der Mitarbeiter ab und zu mit auf Reisen geht und von unterwegs berichtet.

Erinnerst Du Dich, welche Beiträge besonders erfolgreich waren?

SW: Einige unserer Back- und Kochrezepte aus dem Lifestyle Bereich (lacht), im Ernst!

Das beste Rezept aus Marketingsicht: Querdenken!

Letztendlich ist es doch schön, wenn wir Menschen über solche Themen anziehen. Wenn es Persönliches aus dem Unternehmen zu berichten gibt, dann mögen das die Leser auch. Konkretes Beispiel: Unsere Innenarchitektin Christina, die seit 20 Jahren mit viel Leidenschaft und Mezzosopranstimme im Oratorienchor der Hochschule für Musik singt, und die sagt „Singen ist ein Läutern der Seele“. Einfach klasse!

Sonderausstellungen wie zu Möbelklassikern und Veranstaltungen an den pro office-Standorten sowie Expertentipps rund um Arbeitswelten kommen auch gut an.

Bekommt Ihr Feedback auf Euren Newsletter?

SW: Wir bekommen auch Feedback auf unseren Newsletter oder Fragestellungen zu anderen Themen, die sich daraus ergeben. Feedback bekommen wir meistens schriftlich über unsere E-Mail Absenderadresse. Realistisch gesehen könnte es aber mehr sein.

Wir schauen uns zudem die Öffnungs- und Klickraten an, damit wir auch so analysieren können, was an Themen gut ankommt oder auch nicht. Wir arbeiten immer an der Qualität des Newsletters, denn dieser ist ja einer von vielen im Postfach unserer Leser und soll nicht im Spam-Ordner landen!

Also müssen wir am Puls der Zeit bleiben – damit meine ich auch im Wissen um Methoden des E-Mail-Marketings.

Gibt es Widerstände oder Schwierigkeiten, mit denen Ihr als Redaktionsteam zu kämpfen habt? Wie überwindet Ihr die?

SW: Klar, die gibt es. Auch wenn es sich leichter anhört als es ist, Widerstände und Schwierigkeiten sind dazu da, um sie zu überwinden – am besten gemeinsam im Team. Das sollte man auch nicht zu sehr aufschieben und offen ansprechen. Dazu reichen oft schon fünf Minuten an irgendeinem Dialogpoint oder bei einem 8-Minuten-Spaziergang in der Natur.

Die Themen fliegen uns auch nicht immer zu. Da ist aktives Dranbleiben gefragt, was oft zeitintensiv und mühselig, aber eben auch wichtig ist.

Wir im Team sprechen viel miteinander und sorgen für einen offenen, auch mal persönlichen Austausch, schaffen Vertrauen und machen unsere Ziele sichtbar. Wir lachen viel, Humor ist einer unserer Freunde. Dabei entstehen ganz oft neue Ansätze, auch strategische, Marketingkonzepte und inhaltliche Ideen.

Manchmal feiern wir auch Ergebnisse. Ein gutes Miteinander, glaube ich, ist sehr wichtig, motiviert und ist ein Schlüssel zum Erfolg.

Vielen Dank, liebe Sandra, für Deine ausführlichen Antworten. Mich hattet Ihr ja bereits vor unserem Interview für Euren Newsletter gewonnen und ich kann ihn uneingeschränkt empfehlen. Übrigens gefällt mir gerade der etwas längere Rhythmus, den Ihr gewählt habt.

Sind Sie neugierig geworden? Hier geht es zur Newsletter-Anmeldung für die pro office-News.

Planen Sie auch einen Newsletter und wissen noch nicht, wie Sie die richtigen Themen für Ihre Leser finden und in die Umsetzung kommen? Ich unterstütze Sie vom inhaltlichen Konzept bis zur Entwicklung regelmäßiger Beiträge, projektbezogen oder dauerhaft – ganz wie Sie möchten. 

Nehmen Sie hier Kontakt mit mir auf. Ich freue mich auf Ihre Nachricht!

In fünf Schritten zum ersten Redaktionsplan

Egal ob Blog, Newsletter, Facebook-Page oder Unternehmensmagazin: Alle brauchen regelmäßig neue Inhalte. Und die schütteln die wenigsten Unternehmen und Agenturen aus dem Ärmel. Mit nur fünf Schritten entsteht ein erster Redaktionsplan, der Termine und Autoren koordiniert und dafür sorgt, dass am Tag der Veröffentlichung jeder Satz und jedes Foto am richtigen Platz ist.

Ein Redaktionsplan macht das Leben leichter

Für eine Planung gibt es viele Möglichkeiten.

Sie reichen von spontanen Beiträgen ohne langen Vorlauf bis zu minutiös terminierten und durchformulierten Themen- und Redaktionsplänen. Und weil es so viele Möglichkeiten gibt, einen Redaktionsplan zu entwickeln, fallen die ersten Schritte oft schwer.

Dabei macht ein Plan die Arbeit leichter und nicht schwerer. Diese Erfahrung habe ich mit meinem faktwerk Blog gemacht. Mein Redaktionsplan hat für mich drei wichtige Vorteile:

  1. Er nimmt mir die Sorge, dass ich zum geplanten Termin (alle zwei Wochen) keinen Blogbeitrag fertig habe, den ich veröffentlichen kann.
  2. Er ermöglicht mir, kontinuierlich an geplanten Blogbeiträgen zu arbeiten und diese in Ruhe vorzubereiten.
  3. Ein Redaktionsplan motiviert mich. Bevor ich ihn hatte dachte ich, dass er mich unter Stress setzt. Aber das Gegenteil ist der Fall.

Redaktionsplan in fünf Schritten

Der erste Schritt zu meinem Redaktionsplan liegt schon ein wenig zurück. In einer Runde mit Kolleginnen entstand die Idee, einfach alle Themen, zu denen jede spontan einen Blogbeitrag verfassen könnte, auf einen Zettel zu schreiben. Da kamen schon erstaunlich viele zusammen. Den Zettel hab ich immer noch.

Er lag dann einige Wochen in der Schublade. Aber nachdem meine Blogbeiträge ohne echten Plan wieder unregelmäßiger wurden, habe ich den ersten Impuls aufgenommen und vier weitere Schritte bis zum Redaktionsplan für mein Blog gemacht:

  1. Aus einem Brainstorming mit mir selbst habe ich alle Themen auf einem A4-Blatt gesammelt, zu denen ich mit wenig Aufwand einen Blogbeitrag schreiben kann oder schon immer mal einen schreiben wollte.
  2. Dann habe ich überlegt, welche Themen sich aus meinem Fundus von Workshops und Vorträgen entwickeln lassen und sie auf ein zweites A4-Blatt geschrieben.
  3. In einer leeren Excel-Tabelle habe ich Spalten für Termin (bleibt offen), Kategorie/Rubrik, Überschrift als Arbeitstitel, kurze Inhaltsangabe, Autor/Mitwirkende und Notizen erstellt. Darin bringe ich alle Informationen unter, die für die Erstellung eines Blogbeitrags wichtig sind.
  4. Alle Themen der beiden A4-Blätter kommen ohne Termin in die Excel-Tabelle und beim Eintragen ergänze ich die fehlenden Informationen. So erhalte ich einen guten Arbeitsstand.
  5. Jeder Blogbeitrag bekommt einen Termin. Dabei ordne ich auch nach Themen, so dass kleine Serien entstehen und keine ähnlichen Themen in zu kurzer Zeit auftreten.

Fertig.

So ist sehr schnell ein Redaktionsplan mit fast 30 Themen entstanden. Ich war selbst überrascht! MIndestens für das Jahr 2016 muss ich mir keine Sorgen mehr machen, dass mir kein Thema einfällt, zu dem ich bloggen kann.

Diesen Arbeitsstand werde ich jetzt perfektionieren und in der Praxis erproben. Aber in den ersten Tagen mit meinem Redaktionsplan im Rohzustand habe ich schon angefangen, neue Themen und Themenideen am Ende zu notieren. Das ist praktisch, weil ich dort die wichtigsten Überlegungen zu einem neuen Thema sammeln und weiter darüber nachdenken kann. Und bei Bedarf kann ich das Thema nach vorn holen und in den Redaktionsplan einordnen.

Nur schreiben muss ich die Beiträge jetzt noch.

Und wie planen Sie Ihre Veröffentlichungen?

Wie planen Sie die Beiträge für Ihre Newsletter oder Ihre Facebook-Page? Arbeiten Sie spontan und orientieren sich nur an festen Formaten und Rubriken, die Sie entwickelt haben? Oder haben Sie einen ausführlichen Plan mit festen Terminen und Verantwortlichkeiten?

Ich bin gespannt, welche Erfahrungen Sie machen. Vielleicht gibt es bald einen neuen Blogbeitrag darüber, welche Wege sich in der Praxis besonders bewährt haben.

Schreiben Sie mir :).

Der Bürstenmacher kann Storytelling

Der Bürstenmacher in seinem Geschäft in Hjorring (Dänemark)

Jedes Unternehmen kann Geschichten erzählen. Im Sommerurlaub in Dänemark überraschte mich im letzten Jahr ein traditioneller Bürstenmacher mit bestem Storytelling. Ein schönes Beispiel, das nicht nur im Einzelhandel funktioniert: Gerade Unternehmen im Mittelstand oder mit häufigem Kundenkontakt erleben viele Geschichten, die in PR und Kommunikation gut aufgehoben sind.

Das schöne Geschäft des Bürstenmachers liegt in einer Seitenstraße der Fußgängerzone in Hjorring, im Norden von Dänemark. Es ist bis an die Decke voll mit Bürsten, Besen, Körben und schönen Dingen, die in die Hand genommen werden wollen und sich wunderbar verlässlich anfühlen. Auf den ersten Blick ist kein Verkäufer zu sehen. Erst wenn ein neugieriger Kunde den Verkaufsraum betritt, kommt Bürstenmacher Anders Lund aus seiner Werkstatt.

Der Bürstenmacher erzählt nicht nur Geschichten

Mit einem freundlichen „Hello, come in … welcome to Lund Borstenbinder!“, lädt er in sein Geschäft ein. Mit einem „Was kann ich für Sie tun? Wonach suchen Sie?“, ist er im Kontakt und mit dem Kunden im Gespräch. Als erstes bringt er harte Fakten: Alle seine Bürsten und Körbe sind handgemacht und halten bei guter Pflege ein Leben lang! Anders Lund erzählt, er sei der letzte Bürstenmacher in Europa und fertigt alles in Handarbeit. Er kennt die besten Haare und Borsten für jeden Einsatz und bezieht sie aus der ganzen Welt. Darum halten seine Bürsten auch ein Leben lang. Er erklärt, wie seine Bürsten gemacht werden, warum sie besser sind als alle anderen, insbesondere besser als die aus China. Er erläutert, wie man sie benutzt, warum der Griff der Spülbürste gebogen ist und – das ist das Wichtigste – wie man sie richtig zum Trocknen aufhängt. Am besten hängt die handgemachte Bürste nämlich an einem Haken frei in der Luft, so dass die Borsten abtropfen und idealerweise im offenen Fenster trocknen können. Auf keinen Fall darf eine handgearbeitete Bürste mit Naturbosten im Liegen trocknen. Dann ist sie ruckzuck hin.

Überzeugend vom Kopf bis zur Ladentür

Dieser Mann ist von der ersten Sekunde an überzeugend. Mit warmer, eindringlicher Stimme gibt er seinen Ausfürhungen Nachdruck, mit seinem freundlichen Gesicht und der beeindruckenden Mimik wechselt er zwischen Erstaunen, Entsetzen und Freude. Er zeigt ehrliche Anteilnahme, dass der Kunde noch mit der Hand und einem Schwamm („Iiiih!“) im ekligen Spülwasser fischt und erklärt, dass das Leben mit einer Spülbürste einfacher und schöner ist. Und wenn man sie richtig behandelt – richtig trocknet – halten auch seine Spülbürsten ein Leben lang. Das ist Kauferlebnis pur in dem traditionsreichen Geschäft für Bürsten und Besen. Hätte mir vor unserem Ausflug nach Hjorring jemand erklärt, dass wir mit einer Spülbürste, einer Kleiderbürste und einer neuen Handbürste an unseren Urlaubsort zurückkehren – ich hätte verständnislos mit dem Kopf geschüttelt. Aber genau so geschah es.

Bürsten an der Decke im Geschäft des Bürstenmachers in Hjorring

Jedes Unternehmen hat tolle Geschichten

Ohne Zweifel betreibt der Bürstenmacher in Hjorring kein Zukunftsgeschäft. Als letzter seiner Art ist es wohl eher ein aussterbendes Business. Er verzichtet auf einen Internet-Shop, weil er mit seinem Ladengeschäft zufrieden ist und mit Bestellungen nur Ärger hatte. Wer weiß, ob sich das einmal ändern wird und ob sein Nachfolger in der Zukunft einmal auf Online-Vermarktung setzt. Aber: Er hat ein überzeugendes Konzept. Er und sein Handwerk sind die tragenden Säulen. Er ist ein Profi und weiß, wie es geht.  Er kennt die Stärken seiner Produkte und die Schwächen aller anderen. Er verkauft mit überzeugenden Geschichten und erzählt sie so anschaulich, dass ich das Spülwasser quasi an meinen Händen spüre. Er kennt unterhaltsame Geschichten und Anekdoten für Kunden, die seine Arbeit zu schätzen wissen.

Dieser Bürstenmacher hat mich beeindruckt. Weil er aus dem Bauch heraus die Kunst des Storytelling für sein Geschäft nutzt und sie so begeistert zelebriert, dass man gar nicht anders kann, als eine Bürste zu kaufen. Das urige Ladengeschäft, die schöne Warenpräsentation, das haptische Erlebnis beim Anfassen einer tollen Bürste und seine fachkundige und humorvolle Beratung sind ein rundes Kauferlebnis, das ich jedem, der eine (oder keine) Bürste braucht, empfehlen möchte. Schauen Sie sich an, wie es der Bürstenmacher in Hjorring macht und entdecken Sie vieles, das Kommunikation erfolgreich macht: Konzept, Image, Positionierung, Storytelling, Warenpräsentation und das gute alte Verkaufsgespräch.

Wer neugierig auf den Bürstenmacher Lund in Hjorring geworden ist, kann ihn in diesem kleinen Video zumindest kurz live erleben. Wer sein Geschäft für Bürsten und Besen besuchen möchte, findet es an der Skolegade 1 A in Hjorring/Dänemark. Wetten, dass Sie seinen Laden nicht ohne eine Bürste verlassen?

Jedes Unternehmen kann Geschichten erzählen. Oft ist es nicht leicht, sie zu finden, aber es lohnt sich. Ich erarbeite Konzepte und Maßnahmen für Unternehmen, die Ihre Geschichten zu Kunden, Mitarbeitern oder in die Medien bringen wollen und so ihre Unternehmenskommunikation erfolgreicher machen. Wenn Sie mehr wissen möchten, bin ich gern für Sie da.

Tipps für den Umgang mit Bewertungen im Internet

Es gibt nichts Schöneres, als wenn ein Unternehmen im Internet von seinen Kunden gefunden wird. Super! Schwieriger wird es, wenn ein Unternehmen negative Bewertungen erhält und sich zuvor noch keine Gedanken über den Umgang mit Kritik im Netz gemacht hat.

Zwischen Überraschung und Verärgerung

Vor wenigen Tagen erreichte mich der Hilferuf eines Kunden: Er hatte einen Erfahrungsbericht auf Google erhalten. Wahrscheinlich hätte er sich nicht gemeldet, wenn er damit zufrieden gewesen wäre, aber es war eine kritische Bewertung, die offensichtlich aus Unzufriedenheit resultierte. Wie also sollte er damit umgehen?

Google hat da eine ganz eindeutige Meinung und die ist uneingeschränkt positiv: Das Unternehmen und die Nutzer profitieren davon, wenn ein Erfahrungsbericht veröffentlicht wird. Andere Nutzer erhalten mehr Informationen für ihre nächste Entscheidung. Das Unternehmen hat die Chance, mit einem Feedback zu reagieren oder mit dem Verfasser in Kontakt zu treten. Aus der Perspektive des Bewerteten ziehen diese Argumente allerdings nicht, wenn plötzlich nur ein einziger, latent negativer Erfahrungsbericht im Internet abrufbar ist.

Die Ratlosigkeit des Kunden ist verständlich: Aus vielen negativen Bewertungen lässt sich geradezu herauslesen, dass der Verfasser verärgert war und erst einmal Dampf ablassen wollte. Er hat nach einem Ventil gesucht, um seinem Ärger Luft zu machen. Natürlich hätte er sich auch direkt und persönlich an das Unternehmen wenden können, aber genau diese Auseinandersetzung wollte der Kunde hier offensichtlich nicht. So nutzt er den Weg über eine Online-Bewertung. Ist die erst einmal veröffentlicht, drückt der Ärger schon ein bisschen weniger auf die Stimmung.

Feedback als Chance

Dennoch hat Google Recht: Für jedes Unternehmen ist eine Bewertung oder ein Kommentar eine Chance. Es ist eine Chance, das eigene Gesicht zu zeigen und die eigene Haltung und Vorgehensweise deutlich zu machen. Für den nächsten Leser zeigt eine konstruktive Reaktion „Die kümmern sich um Kritik. Sie beschäftigen sich damit und haben eine Antwort. Die sind sind gesprächsbereit.“ Das ist trotz der Tatsache, dass Onlinekommunikation alltäglich geworden ist und Bewertungsportale von uns allen gern genutzt und gelesen werden, leider nicht selbstverständlich. Bei der nächsten Bewertung kann die Reaktion des Unternehmens schon Anlass genug sein, um persönlich Kontakt aufzunehmen und den Moment der Verärgerung gar nicht in einem bösen Kommentar niederzuschreiben.

Wer darauf verzichtet, eine Bewertung zu kommentieren, überlässt es allein den Kritikern, das Bild seines Unternehmens zu zeichnen. Das ist erstens unvollständig und zweitens sehr schade.

So können Sie vorgehen, wenn Sie mit Feedback auf einer Bewertungsplattform konfrontiert sind:

1. Überprüfen Sie, ob die Bewertung den Richtlinien der Bewertungsplattform oder des sozialen Netzwerks entspricht. Wenn dies nicht der Fall ist, lohnt es sich, Kontakt mit der Kundenbetreuung aufzunehmen.

2. Antworten Sie nicht nur auf negative, sondern auch auf positive Bewertungen: Wer sich für positives Feedback bedankt und negative Bewertungen konstruktiv beantwortet, nutzt die Möglichkeit, seine eigene Position darzustellen. In die Antwort passt auch die Aufforderung, sich mit Kritik einfach sofort und persönlich direkt an das Unternehmen zu wenden.

3. Prüfen Sie, ob Sie alle Bewertungsportale kennen, auf denen Ihr Unternehmen bewertet wurde oder bewertet werden könnte. Machen Sie sich damit vertraut und sehen Sie nicht nur die Risiken. Nutzen Sie die Chancen, die in einer Bewertung liegen.

4. Fordern Sie Ihre Kunden auf, Ihr Unternehmen zu bewerten, und zwar auf den Bewertungsportalen, die Sie als positiv und wichtig einschätzen. Positive Bewertungen sind viel häufiger als negative. Ihr Unternehmen wird vom Feedback profitieren und bald ganz selbstverständlich mit Bewertungen arbeiten.

5. Überlegen Sie, ob Sie Referenzen und Empfehlungen auf Ihrer Website einbinden und unabhängig von Bewertungsportalen Kundenstimmen oder Erfahrungsberichte zur Verfügung stellen. Von dort können Sie auch auf die Bewertungsportale verlinken, die Ihnen wichtig sind.

Ein gutes Zeichen: Sie werden gefunden!

Eigentlich ist es ja selbstverständlich. Eine Website steht online, damit sie gefunden wird. Einträge in Social Networks sind dafür da, Kommunikation zu ermöglichen. Das ist zwar schon lange so, aber vielen Unternehmen ist es immer noch fremd, auf Kommentare zu reagieren und Bewertungen entgegen zu nehmen. Sie sind im Web vertreten, weil sie gefunden werden wollen und alle traditionellen Formen der Kommunikation an Relevanz eingebüßt haben. Aber oft haben sie sich noch nicht damit auseinander gesetzt, was sie dort wirklich erreichen wollen und wie sie mit Reaktionen umgehen.

Nutzen Sie daher die Chance, die in einer Bewertung steckt.

Eine Website sollte idealerweise genauso aktiv sein wie das Unternehmen, das dahinter steht. Und diese Aktivität darf sich auch auf Bewertungsplattformen und in sozialen Netzwerken wiederspiegeln.

Diesen Blogbeitrag habe ich erst nach der Frage meines Kunden geschrieben. Er hätte sonst auch zur aktuellen Blogparade #Kritikprofis von Kerstin Hoffmann gepasst, an der ich mit dem Beitrag Mut zum fremden Hut teilgenommen habe und über meine eigenen Erfahrungen im Umgang mit Kritik berichte. Die Blogparade läuft noch bis zum 10. Januar 2016 und dort finden sich eine ganze Reihe schöner Blogbeiträge zum Umgang mit Kritik, auch in Kommentaren und auf Bewertungsportalen, die ich Ihnen zum Weiterlesen empfehle:

Einen sehr schönen Beitrag zum Umgang mit Kritik im allgemeinen finden Sie bei Ina Machold. Sie gibt 9 Tipps zum Umgang mit Kritik im öffentlichen Raum: souverän und marketingfreundlich!.

Facebook-Communities: Bei Shit-Kritik schnell eingreifen! beschäftigt sich mit dem Umgang mit Kritik in Facebook-Communities und auf Facebook im allgemeinen.

Tipps zum Umgang mit kritischen Bewertung auf dem Bewertungsportal Tripadvisor gibt der Beitrag Kritik auf Tripadvisor! Wie reagieren Sie richtig? Hier geht es sehr speziell um Hotelbewertungen, allerdings passen die Empfehlungen auch auf den Umgang mit Kritik auf anderen Bewertungsportalen.

Der Beitrag Kunden lieben Bewertungsportale, Unternehmen mögen sie weniger ist beim PR-Blogger erschienen, fasst Zahlen zur Nutzung von Bewertungsportalen zusammen und gibt weitere Empfehlungen zum Umgang.

Und welche Erfahrungen haben Sie mit Bewertungen im Internet gemacht? Schreiben Sie mir, ich bin gespannt auf Ihre Meinung!